Es gibt nicht viele Vorankündigungen an avantgardistischen BlackMetal Alben, denen man so entgegenfibert, als warte man auf die Reinkarnation vom Büblein Jesus Christus als Form einer Bierdose. Und mit dieser ungeduldigen Erwartung, erschien CODE´s neues Werk Augur Nox. Man sollte sehr vorsichtig sein diese Formation nur an ihrem Frontmann zu messen, wie es oft in vielen Reviews angeprangert wird. Natürlich prägte ein Mathew McNerney das 2.Album wie keiner anderer und konnte selbst schon auf dem ersten Longplayer eine Aura schaffen, um den Zuhörer in seinem Bann zu halten. Sei´s drum, das ist Geschichte und mit seinem Weggang verabschiedete sich auch Bassist Yusaf Parvez, der meiner Meinung ein mindestens ebenso grosses Loch in das Dasein von CODE sprengte, welches im Gegensatz zu den Vocals die Lücke "noch" nicht schliessen konnte. Songs wie "Radium" werden durch die genialen Bassläufe immer im Kopf hängen bleiben.

Aber CODE bestehen aus 5 Mitgliedern, die an diesem Album alle dazu beigetragen haben, um bestens im Gespräch zu sein. Möchtegern-Analytische Zerlegung der Songstrukturen, Fachsimpelei über Erwartungshaltung, Eindimensionalität, Enttäuschung, fehlende Progressivität etc, um dann aber doch wieder festzustellen, das mit der immer wieder kehrenden Auseinandersetzung des Albums, in Form von Dauer-Rotation in Player, genau das Gegenteil passiert. Es ist auch vermessen, ein CODE Album mit dem anderen zu vergleichen, sollte jedem klar sein.

Somit sollte man versuchen ein wenig die Subjektivität zu vergessen, auch wenn dies schwierig erscheint, und ohne Erwartungshaltung diesem Album Gehör zu schenken.

Der erste Eindruck wir mit Sicherheit keine besondere Tiefe des Werkes hervorbringen, ja werte Leser, so definieren sich die meisten guten Longplayer, sie wachsen und wachsen mit jedem Hören.

Doch ein paar Durchläufe zeigen Stück für Stück, warum genau dieses Album fesselt, die Vielschichtigkeit, Facettenreichtum, Progressivität in den Songstrukturen selbst, es gibt keinen Stillstand, keinen Konservatismus. Man beweist erneut ein fliessendes Denken im Songwriting, Tracks wie der Opener "Black Rumination" oder das mitreissende "Garden Chancery" zeigen deutlich alle Stärken von CODE, exzellente Songs zu schreiben.

Für alle Anhänger des Prog-BlackMetal sollte diese Scheiben im Regal stehen, für alle Anderen sei gesagt, traut Euch, kauft es, ihr werdet es nicht bereuen !

 

Anspieltipps: Black Rumination, Becoming Host, Garden Chancery, Harmonies In Cloud, White Triptych

 

Wertung: 4,5 von 5 Punkten
Datenträger: CD
Genre: BlackMetal
Label: Agonia Records
Jahr: 2013
Dauer: 54:37 min

Tracklist:

01. Black Rumination
02. Becoming Host
03. Ecdysis
04. Glimlight
05. Delta
06. Garden Chancery
07. The Lazarus Chord
08. The Shrike Screw
09. Rx.
10. Trace Of God
11. Harmonies In Cloud
12. White Triptych

LineUp:

Aort / Guitars
Andras / Guitars
Syhr / Bass
Wacian / Vocals
Lordt / Drums


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