Ja auch meine Erwartungen sind seit dem Bekanntwerden, dass die Holländer eine neue Platte aufnehmen, hoch gesteckt. Konnte seinerzeit das 'The toxic touch' Album schon voll und ganz überzeugen, so ist mit 'The passiondale' eine ebenbürtige Langrille erschienen.

Kurzer Rückblick: Nach 8 Jahren sitzt nun wieder Roel Sanders auf dem Drumhocker und Gitarrist Isaac Delahaye hat nach 4 Jahren die Segel gestrichen und wurde durch Susan Gerl ersetzt. Somit kommt schon fast unweigerlich der Gedanke auf, das dieses Album anders sein muss, als erwartet. Und so ist es. Wer hier den Nachfolger von 'The Toxic Touch' sucht, sucht an der falschen Stelle. Die Blastbeats kehren mit ansteigender Häufigkeit zurück, wirken aber nicht dominant. Die Mixtur aus diesen in Verbindung mit Mid und Uptemp, den typischen Soli Sattler's, den Keyboardteppichen und diesmal sogar Cleangesängen lassen dieses Album als ein homogenes erscheinen. God Dethroned sind denke ich schon lange davon abgekommen, prägnante Hit´s zu schreiben, die auffällig herausstechen, sondern eher das ganze Werk mit seinen Songs auf ein und das selbe Niveau zu stellen, heißt das ganze Album erscheint als Hit, ohne Schwächen.

Zum Album selbst ist zu sagen, dass es sich hier um ein Konzeptalbum über den First World War handelt.Genauer gesagt um den belgischen Ort Passchendaele. Dieser wurde in der 3. Flandernschlacht 1917 so heftig von den Briten und Kanadiern gegen die Deutschen umkämpft und unter riesigen Verlusten erobert, das dieser die blanke Verwüstung und grosses Leiden an sich darstellt. (Anm.: Auch Iron Maiden haben auf 'Dance Of Death' mit dem Song 'Paschendale' dieses Thema aufgegriffen)

Eingeleitet wird die Scheibe mit einem leicht düster angehauchten Gitarrenintro und japanischen Worten, die mir allerdings nicht den Inhalt verraten. 'Under darkening sky' trischt sogleich mit Blastbeats in den Vordergrund um das Kriegselement auch gleich deutlich zu machen. Der Refrain mit mit Glockenschlägen untermalt, 'Die, no hope, no glory, Die, no victory, Die, under a darkening sky'. Besser kann man die Situation einer Kriegsschlacht nicht interpretieren. Next song, 'No mans land' führt die selbe Geschwindigkeit fort, klingt auch logisch, denn durch die ganze Scheibe machen die Lyrics klar, worum es hier geht, Verwüstung, Tod, Leid. Mit Song 4 'Poison fog' kommt das 1. kleine Highlight daher. Nicht durch die erneuten Blastbeats, sondern durch den anmutigen Refrain mit klarem Gesang und dem Mid-tempo mit Keyboardklängen. Hörenswert !Mit Song 5 'Drowning in mud' wieder altbewährtes, Knüppelraus und los. Lyrisch erinnert mich der Anfang an die Werbung der Ami's ala 'Join the army...we want you'. Soll hier wohl ironisch gemeint sein, wenn ich die Textzeilen lese: 'Your country needs you, so come and join our war. It's fun  and takes you places you've never seen before'. Das 2. Highlight der Platte, der Titelsong 'Passiondale'. Der Einstieg mit typischen Militär Snare-Schlagen und Keyboardgewand. Danach Mid-Tempo Doublebass, erinnert ein wenig an unseren guten alten Briten BoltThrower.Was sehr gut hängen bleibt ist das typische 4 Akkordriff des Refrains, hört rein, ihr werdet erkennen was ich meine. Song 7 'No survivors' zieht dann das Tempo wieder gewaltig an. Erneut sind wieder klare Gesänge enthalten, klingt wie die Geschichte eines zum Tode geweihten Soldaten.Wie gesagt, das lyrische Thema ist gut und tiefgründig durchdacht und gibt allen Songs eine besondere Note. So langsam nähern wir uns dem Ende. Song 8 'Behind enemy lines' beginnt anmutig, schleppend, um sogleich wieder loszuballern. 'Fallen empires' beschliesst die Schlacht, mit einem sicherlich nicht endenden guten Verlauf, was ein Krieg so an sich hat. Auch hier bemerke ich schon wieder den Vergleich zu BoltThrower, siehe den letzten Song vom 'Those once loyal'-Album und das ist absolut positiv zu werten ! Allerdings ist hier noch nicht ganz Schluss, es folgt mit 'Artifacts of the great war' ein abschliessendes Instrumental, welches für mich genügend Potential hat, um seine eigenen Interpretationen zu diesem Konzeptalbum und dem Inhalt der Darstellung dieses Krieges anstellen zu können. Wirklich gut gelungen !

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