Werfen wir mal wieder einen Blick ins Nachbarländle "Bayern", äh sorry "Franken", ganz genau nach Nürnbärch. MY INNER KINGDOM, gegründet vor ca 4 Jahren sehen sich als klare Empfehlung für all diejenigen, die den Melodic DeathMetal frönen. Liebäugler der Bands "Insomnium", "Black Dahlia Murder" und co sind die Zielgruppe der 5 Jungs, obwohl man natürlich auch gerne das Fanspektrum erweitern kann, denn die vielen Elemente die MY INNER KINGDOM in Ihren Songs verarbeiten, strotzen von Hülle und Fülle. Death, Progressive, Trash, gewürzt mit cleanen Gesangsparts, Akkusitk-Gitarren-Elementen.

Der Einstieg ins Album fällt mit dem Instrumental-Intro gekonnt "neugierig" aus, die Überleitung zu "Caged in Darkness" trifft mit Wucht auf den Hörer, typischer MeloDeath Song. Leichte Anzeichen ala ArchEnemy und At The Gates vermag ich als Referenz zu nennen. In die gleiche Kerbe schlagen auch "A tethered soul" und "Like Judas". Lyrisch kann man die die Tracks in die "Dunkle Seite der Seele" einordnen, Depression, Entäuschung, Schmerz, der Sinn des Lebens.. ich hoffe Herr Bogner erzählt hier nicht so viel aus der Ich-Perspektive, obwohl ja die meisten Lyriks immer von eigenen Erfahrungen erzählen. Interpretationspielraum ist aber zum Glück in grossen Dimensionen gegeben, so das sich jeder sein eigenes Bild darüber machen kann. Mit Song 5 kommen wir zu einen Balladenstück, das hier allerdings überflüssig wirkt. Nicht sehr originelle cleane Gitarren mit quetschendem Ami-Englisch-Gesang ala Creed oder Volbeat, die fürchterlich klingen. Zu plakativ der Text, zu einfallslos der gesamte Song. Das bleibt aber der einzige Ausrutscher. Mit "Slaves to fear" wird man aber wieder sofort in den Bann gezogen, dieser Track hätte komplett von Arch Enemy stammen können, Great ! Song 7 rauscht etwas an mir vorbei, da mir der Vorhergehende immer noch im Kopf rumschwirrt. Soll was heissen. Einzig und allein der Titeltrack des Album, lässt mich wieder konzentriert erscheinen. Der Ausflug in die AkustikGitarrenwelt ist mehr als gelungen. 1 1/2 Minuten feinste Klänge beweisen erneut die Abwechslung der Mannen aus Nürnbärch. "Haunted me forever" dann wieder gewohnte Manier. Nächstes Stück "In the asylum" ein Klassiker, kompositorisch top, die Gitarrenfraktion exzellent, Drums sowieso sehr tight und der cleane Gesang von Herrn Kraus wirkt im Gegensatz zu der Nummer5-Ballade hier astrein. Erinnert mich stark an den Gesang von Martin Walkier von Skyclad. Grönender Abschluss folgt mit "Cold is our grave", Blastbeats meets Melody-Rock, abschliessende Soli, sehr gut zelebriert muss man sagen und einem MidTempoOutroTeil, der auch gut und gerne noch 1 Minute hätte andauern können.

Fazit:

Für ein Erstlingswerk erstaunlich. Durchdachte Kompositionen mit Abwechslung. Super Gitarrenarbeit, aber naürlich ausbaufähig, Drumming absolut tight, Mr. Bogner`s Stimme triffst ebenso auf den Punkt, die cleanen Gesangspart von René wirken eindringlich (bis auf Song5).

MY INNER KINGDOM klingen wie die Fortsetzung bzw Weiterentwicklung von "Dawn Of Perception" aus Südthüringen, die sich leider viel zu früh auflösten.

Leute lasst es nicht schleifen, Euer Potential ist da, ich warte auf den 2. Longplayer.

Anspieltipps:

Caged in darkness, Slaves to fear, One last look at life, In the asylum, Cold is your grave

 

 

Wertung: 3,5 von 5 Punkten
Datenträger: CD
Genre: Melodic DeathMetal
Label: Eigenproduktion
Jahr: 2013
Dauer: 39:00 min

Tracklist:

01. Intro
02. Caged In Darkness
03. A Tethered Soul
04. Like Judas
05. Paperwings
06. Slaves To Fear
07. Dreams Of Hatred And Madness
08. One Last Look At Life
09. Haunt Me Forever
10. In The Asylum
11. Cold Is Our Grave

LineUp:

Peter Jahn / Guitar
Matthias Bogner / Vox
Benedikt Repscher / Guitar
Renè Kraus / Bass
Riko Musch / Drums


Links:

       

 
 

 

 

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