Ich erinnere mich dunkel, in der Schule über 4 gewisse Könige aus Babylon gehört zuhaben. Allerdings ist dies lange her und noch viel länger, das die Tyrannen ihrer Herrschaft fröhnten. Back to Celle, Niedersachsen, Ursprungsort der Formation, die mittlerweile von 3 auf 4 angewachsen ist, Bassist Christian Grühnert spielte seinen Part für diese Scheibe noch nicht selbst ein. Auf der myspace-Seite finde ich die Angabe von Einflüssen wie Behemoth, Nile, Bloodbath oder Necrophagist und Metalglory. Hä ? Kleine Pushwerbung, nun gut, irgendwie muss man ja Bekannheitsgrad erlangen.

Starten wir mit dem Intro 'Shiva's Orison'. Sanfte Klänge aus dem Orient, genau das könnte auch die Backgroundmusik aus nem 60er Jahre Streifen sein, ala 'Der Löwe von Babylon', ein Kinofilm nach Motiven von Karl May. Findet schonmal Gefallen. Natürlich muß nun was anderes folgen. Mit 'Philusophia Dualis' wird gleich ein Brett aufgebaut, das ich so nicht erwartet hätte. Fett. Mit 'Seal of blood', Titel 3, schlägt mein Herz gleich höher, der Song bleibt gut im Ohr hängen. Die Doublebass-Passagen mit dem treibenden Riffing, der wird Live sicherlich einiges reißen. Nr.4 'Horncrown' leitet mit minimalistischem Piano + Delay ein, um 31 sec später sich erneut in die Riege der Gesamtkonzepts einzuordnen.Nicht ganz so songwriting-technisch ausgereift, aber allemal ein akzeptabler Song. 'Nada kamra' verkörpert als kurzes Akustik-Zwischenstück für mich bildlich ein 'Babylon, welches wie ausgestorben wirkt, durch dessen Strassen nur noch der Sand fegt'. Im Gegenzug dann die einfallenden agyptischen Truppen die mit ihrem Gemetzel wahre Blutorgien entfesseln wollen, aber eine leere Stadt vorfinden, so meine Vorstellung zu dem Song mit dem längsten Namen auf dem Album und wahrscheinlich auch so: 'Negotiate The Gate Of Ishtar And Enter The Mighty Phanteon Of Marduk To Leave The Trails Of Asininity and To Overcome Yourself'. Spielt Ihr den dann live und kündigt ihn auch komplett an ? :o)Mit 'Nine concentric circle' kommen wir dann auch langsam aufs Ende der Scheibe zu. Abwechslung bestimmt hier einen großteil des Arrangments, Blastbeats am Anfang und Ende, mittendrin ein Wechsel zw. Mid-Tempo und Doublebass-Gewitter. Kröhnender Abschluss der Bonustrack 'Dark Ages', den ich als 2. prägnanten Ohrwurm mit seinem unverwechselbarem Anfangsbeat betrachten kann.

Fazit: Dafür, das Nebukadnezar garnicht mal so lange besteht, legen Sie sich die eigene Messlatte ganz schön hoch und auch für andere vergleichbare Death-Combos. Der Drumsound ist allerdings viel zu arg getriggert, das geht besser. Ihren eigen Stil scheinen sie gefunden zu haben, wirken in keiner Weise als Kopie oder Abklatsch großer namenhaften Bands. Ich hoffe inständig, das sie ihren Weg genauso weitergehen wie hier auf 'Dawn pervades the twilight'. Da es mit Live Terminen noch ein wenig dünn besiedelt aussieht, wäre zur Zeit dann die Möglichkeit sie auf dem Legacy Fest in Dessau zu bewundern. Wenn das Programm live so tight rüberkommt wie auf CD sollten langsam die Labels doch mal aufmerksam werden....

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