2 kurze Jahre sind vergangen seit der Veröffentlichung der "Rise And Fall" Debutalbums der Saalfelder Formation und es tat sich Neues auf. Ein zweiter Gitarrist vervollständigt das LineUp erneut, strich der damalige Klampfer noch vor der ersten CD die Segel. Wieder komplett verschanzte man sich dann im November 2011 im "Kick-the-Flames" Studio in Leipzig, um mit Andy Schmidt den nächsten Entwicklungsschritt hin zu härteren und professionelleren Sounds zu tendenzieren. Was dabei herauskam ist im Februar 2012 ein gelungenes, teils modernklingendes Soundgewand, das die Band definitv auf die nächste Stufe stellt. Man bleibt der Basis treu, symphonischer Melodic Death, ein harmonisierendes Gefüge der Gitarren und der Keyboard-Arrangements, diesmal perfekt angestimmt, den Klampfen bleibt genügend Luft, um im Soundteppich zu entfalten. Der Bass grundsolide, eventuelle Experimente sind hier nicht zu erwarten, bzw auch nicht gewollt, man reizt das Spektrum auch so genug aus. Die Drums sind tight und so meine ich zu hören auch nicht extrem nachgesampelt,  und getimed, wie man das heute oft genug zu hören bekommt. Ein paar leichte Temposchwankungen in den Doublebass-Beats finde ich persönlich sogar besser und verleiht dem Spiel wahre Dynamik. Was das Textliche anbelangt beziehe ich mich nur auf das Infoblatt; die lyrischen, in englischer Sprache vorgetragenen, Texte drehen sich um Fantasy-Themen, um Dunkelheit, Okkultismus und die Abgründe der menschlichen Seele. Somit genug Stoff, um zu zeigen das jeder von uns selbst ein" Parasite God" ist und die schlechtesten Zügen nach Aussen trägt ?! Interpretationsspielraum mit Sicherheit gewollt und gewünscht ?

Der InstrumentalOpener "Rise of the fallen one" öffnet dezent ein dunkle Atmosphäre, die interessant gestaltet wurde, man gleitet von orchestralen Soundgewand zu den Gitarren, und schliesslich einsetzendem Schlagzeug. Das Motiv gegen Ende super-düster (was für ein Unwort). Mit "Unleashed memories" folgt gleich der absolue Nackenbrecher im Blastbeatformat und Wechsel zu typischen triolischen Beats, bei dem sich Gitarristen immer sehr wohl fühlen. Dieses Schema funktioniert immer. Ich hätte mir nach dem Opener zwar einen düsteren, getrageneren Song vorgestellt, aber seis drum. Ich spiel ja auch nicht in dieser Band.

Mit "Messiah" fährt man dann das Tempo ein wenig zurück. Das heisst nicht unbedingt lansgamer, aber abwechslungsreicher. Allerdings zündet der Track auch nach mehrmaligen Hören nicht richtig, Hier fehlt die Brise mit dem "Aha-Effekt", der rote Faden oder wie immer man das bezeichnen möchte. Zweifelsohne Prädikat "gut", aber kein Hit, der hängen bleibt.

Titeltrack "Parasite god" verhält sich ähnlich, wie sein Vorgänger. Aber zum Glück ist die Subjektivität ja das höchste Gut.

"Stillborn future", Track 5, beweist nunmehr wieder bessere Schreiberqualitäten, einer der neueren geschriebenen Stücke, bei dem auch der Einfluss von Neuzugang Alex an der 2. Gitarre mit zum Tragen kommt. Ein ähnlicher SpeedRausch wie Song 2 gibt dem Hörer das Empfinden von Wohlbehagen, sofern dieser ein Freund des Blastings ist. Und das sollte er. Gelungener Song, muss ich sagen.

Den krönenden Abschluss bildet "Frozen heaven", das mit seinen schweren Betonfüssen am Beginn eine gute Basis bildet. Getragen und dunkel kommen die Keyboards daher, der Wechsel zu einem letzten Aufbrausen des Fünfers im restlichen Teil des Tracks, zeigt den Sturm vor der Ruhe, als dann die Gitarren langsam ausklingen. Schulz.

Ich bin nun nicht überrascht, genauso habe ich das nach "Rise and Fall" gehofft und erwartet, einen Steigerung der Skills, eine Verbesserung im Songwriting und eine qualitativ ansehnliche Produkion, verleiht der "Parasite god" EP die Note: "Jungs....einwandfrei" ! Und zum Glück ist noch Luft nach oben. Wir sehn uns.

 

 

 

 

Wertung: 4 von 5 Punkten
Datenträger: CD
Genre: Melodic DeathMetal
Label: none
Jahr: 2012
Dauer: 25:05 min

Tracklist:

01. Rise of the fallen one
02. Unleashed memories
03. Messiah
04. Parasite god
05. Still born future
06. Frozen heaven

LineUp:

Christian Reinhardt / Guitars + BackVocals
Alexander Helfer / Guitars
Stefan Piehler / Vocals
Christoph Silge / Bass + Keyboards
Holger Markert / Drums


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